Generationen Zeitachse

 

Die Unterschiede der vier Generationen

Aktuell und auch noch für die nächsten Jahre sind am Arbeitsmarkt mehrere Generationen gleichzeitig aktiv: die Generationen X, Y und Z sowie die Baby-Boomer. Diese Situation stellt besondere Anforderungen an Unternehmen und deren Führungskultur. Jede Generation kultiviert nämlich gezielt die Eigenart, sich von den anderen abzugrenzen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Vorstellungen darüber, was Erfolg bedeutet, welche Ziele verfolgt werden und welche Freiräume eine Generation für sich reklamiert. Die Konsequenz: In den meisten Unternehmen arbeiten Menschen mit höchst unterschiedliche Motiven und Werten zusammen. Um diese heterogene Mitarbeiterschaft optimal fördern und unterstützen zu können, muss Verständnis für die Belange der einzelnen Generationen vorhanden sein.

 

  • Generation Z

    Die Generation Z ist zwischen 1995 und 2010 geboren und startet gerade in die Berufs- bzw. Ausbildungswelt. Das hohe Wohlanstandsniveau gepaart mit der wachsenden Verunsicherung aufgrund der Globalisierung prägen diese Generation. Sie wünscht sich wieder eine klare Trennung zwischen Beruf- und Privatleben. Sie weiß eine gewisse Freiheit in der individuellen Arbeitszeitgestaltung zu schätzen, benötigt dafür aber nicht das Gefühl unbegrenzter Flexibilität, sondern bewegt sich gerne in einem klar gesteckten Rahmen.
    Die Generation Z sucht Sinn und Selbstverwirklichung eher im Privatleben und in sozialen Kontakten als in der Arbeit, wobei das Privatleben stark von Online-Aktivitäten geprägt ist: Virtualität und Realität verschmelzen tendenziell miteinander. Aufgewachsen mit Facebook und Co., ist die Generation Z hypervernetzt. Ohne Zugriff auf ein mobiles Endgerät fühlt sie sich vom Lebenspuls abgeschnitten. Außerdem dominiert ein gewisses Gefühl der Unsicherheit gegenüber der Zukunft. Digitalisierung, kontinuierliches Lernen und Veränderungen oder gar das Verschwinden kohärenter Berufsbilder tragen dazu bei, dass Werte wie z.B. die Sicherheit eines Arbeitsplatzes deutlich an Attraktivität gewinnen. Der Spaß, die Freude und die Selbstverwirklichung bleiben ebenfalls wichtig. Der Erfolg im Beruf hingegen ist weniger relevant..
  • Generation Y

    Auch bekannt unter den Namen Generation Maybe, Generation Praktikum, Generation Me, Generation Beziehungsunfähig, Millennials oder Generation Prekär, Generation Doof oder gar Generation Chips: Die Aufzählung verdeutlicht, dass eine Generationenbezeichnung nicht mehr als ein Schlagwort darstellt, das ein Sammelsurium aus unterschiedlichsten Strömungen griffig auf den Punkt bringt.
    Aufgewachsen mit dem Klimawandel, der Globalisierung und einer ganz neuen Form des Terrorismus, hat die Generation Y für sich beschlossen das Leben zu genießen. Folgerichtig gilt sie auch als die Erfinderin der Work-Life-Balance. Flexible Arbeitszeiten, Home-Office, Sabbaticals: Die „Egotaktiker“ arbeiten zwar intensiv, achten aber auch mit derselben Intensität auf ihre eigenen Bedürfnisse. Sie suchen Sinn in dem, was sie tun, und gehen weniger Kompromisse ein, wenn es ihr Leben betrifft. Sie wurden antiautoritär und fürsorglich, teils schon überfürsorglich erzogen. Für Projekte, die ihr Interesse wecken und die für sinnvoll erachtet werden, sind sie bereit mehr zu leisten und zu lernen.
    Ihr Anspruch auf eine Führungsposition ist deutlich geringer ausgeprägt als bei der Generation X. Die „Ypsiloner“ bevorzugen stattdessen flache Hierarchien, Vernetzung und Teamwork. Sie sind Meister der Projektarbeit und weniger an einem sicheren Arbeitsplatz und weitgesteckten Karrierezielen interessiert. Die wichtigsten Werte dieser Generation sind Kollegialität und persönliche Entwicklung, wohingegen Status und Prestige weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen in der persönlichen Wunschliste rangieren. Das zeigt sich auch im Kleinen: Privates wird gern, wie aus der Freizeit gewohnt, sofort auf der Arbeit erledigt, z.B. E-Mails abfragen und beantworten.
  • Generation X

    Die Sammelbezeichnung „Generation X“ für die geburtenschwachen Jahrgänge 1965 bis 1980 geht auf den Titel eines Romans von Douglas Coupland zurück (Generation X: Tales for an Accelerated Culture, 1991), wobei das „X“ der mathematischen Bezeichnung für eine Variable entlehnt ist. Bekannt geworden ist sie auch als Generation Golf (nach dem VW-Modell Golf I von 1974-1983), Generation MTV, Turnschuh-Generation sowie, noch eindrücklicher, als Null-Bock- oder sogar No-Future-Generation. Denn auf der einen Seite ist sie geprägt von einem hohen Bildungsniveau, Wohlstand und ausgeprägtem Konsumverhalten. Dem stehen auf der Gegenseite eine gewisse Interessenlosigkeit, Oberflächlichkeit und Egoismus gegenüber. Das gemeinsame Ziel der Generation X lautet daher: ein materiell sicheres Leben führen, sich etwas leisten können. Sie wollen vorankommen, streben nach einer hohen Lebensqualität und wollen unabhängig bleiben. Es sind echte Individualisten. Dementsprechend sind sie weniger an Teamarbeit interessiert, sondern schätzen das selbstständige Arbeiten und größtmögliche Freiräume bei der Arbeitsgestaltung
  • Baby Boomer

    Die geburtenstarken Jahrgänge von 1055 bis 1965 waren anfänglich stark idealistisch geprägt und haben sich die Verbesserung der Welt auf die Fahne geschrieben. Aufgewachsen in der Zeit des Booms während des Wirtschaftswunders, ergaben sich für sie hochkaratige Berufschancen. Viele handelten zunehmend opportunistisch und nutzten ihre Karrierechancen. Beruflicher Erfolg war erstrebenswert. Ellenbogen-Gesellschaft, Durchsetzungsvermögen, hohes Engagement und Überstunden waren selbstverständlich, der Workaholic die Norm. Gleichzeitig jedoch hat diese Generation Mitte der 1970iger Jahre das Skateboarding nach Deutschland geholt, die „Silver Generation“ erfunden und die Rolle der Frauen nicht nur in der Arbeitswelt erheblich verändert und gestärkt.
    In absehbarer Zeit werden die Baby Boomers zwar den Arbeitsmarkt verlassen. Diese Generation mit ihrem reichen Erfahrungsschatz trotzdem weiterhin an das Unternehmen zu binden und in den Arbeitsprozess zu integrieren, stellt eine zentrale Herausforderung an das Personalmarketing dar. Denn dieses Know-how schlicht in den Ruhestand gehen zu lassen, stellt angesichts des Fachkräftemangels keine echte Alternative dar. Zudem besetzen die Baby Boomers aktuell viele Positionen des Top-Managements: 21 der amtierenden Dax-Vorstände sind zwischen 1945 und 1964 geboren. Diese Lücke zu schließen, ist für viele Unternehmen eine große Herausforderung.

Diversität als Chance: Wie Unternehmen den Generationen-Mix für sich nutzen können

Die Generationen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen zu verstehen, ist für den Erfolg eines Unternehmens essentiell. Die Human-Ressource-Strategie, das Personalmarketing und nicht zuletzt das Ausbildungsmarketing muss auf diese Anforderungen Antworten geben:

  • Jede Generation bevorzugt einen anderen Kommunikationskanal, über den sie daher prominent angesprochen werden sollte.
  • Recruiting-Kampagnen müssen ausdifferenziert an die jeweilige Zielgruppe ausgerichtet werden.
  • Die interne Kommunikation muss das Werte-Setting der Generationen berücksichtigen und Übersetzungsarbeit leisten.
  • Vorträge und Webinare für Führungskräfte sind ein probates Mittel, um die unterschiedlichen Generationen besser kennenzulernen.
  • Der soziale und fachliche Zusammenhalt kann durch Mentoring-Programme und Aktivitäten über alle Generationen hinweg gestärkt werden.

 

 

Quellen:

Generation Z: Interview mit Prof. Christian Scholz

Die 17. Shell Studie

XYZ – Generationen auf dem Arbeitsmarkt

Harvardbusinessmanager Generation.de

Generation Y Harvardbusisnessmanager

Über den Autor
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